Die Wiege der Demokratie

Griechische Demokratie

15.05.2013

Gemeinhin werden die Griechen für das Entstehen der Demokratie verantwortlich gemacht. Laut Geschichtsbuch sollen sie ja ein entfernt ähnliches Regierungssystem gepflegt haben. Wer männlich, frei geboren und gut betucht, war in der Lage zu sagen: Was Demokratie ist, bestimme ich! Für Frauen, Sklaven und Lohnabhängige hingegen fand eher keine Demokratie statt.

Europäische Demokratie

Heute ist das etwas anders. Naja, so ganz anders auch wieder nicht. Auch heute sind es die gut betuchten, die bestimmen, was eine Demokratie zu sein hat. Griechenland zählt nicht mehr zu den gut betuchten. Deutschland schon (noch...). Folglich masst sich Deutschland im Konzert mit anderen EU-Staaten an, den Griechen vorzuschreiben, welche Gesetze sie zu erlassen und welche zu unterbleiben haben.

Mitbestimmung des Volkes

Als letztes Jahr der Griechische Ministerpräsident Papandreou seinem Volk ein letztes bischen Würde retten und eine Volksabstimmung durchführen wollte, war der Aufschrei der übrigen Europäischen Demokratien laut. Das kann doch wohl nicht sein, dass mitten im entfesselten Kapitalismus ein Staat aufmuckt und zu demokratischen Gepflogenheiten zurückkehren will.

Ende der Demokratie

Im letzten Moment ist Papandreou eingeknickt. Die Volksabstimmung hat nicht stattgefunden. Wäre auch ein zu großer Affront gegen den Rest Europas gewesen. Dort ist ja auch kein Volk gefragt worden, ob es den Euro will, die Milliarden für die Banken abdrücken will oder Griechenland in den Ruin stürzen will.

Die Gefahr der Einflussnahme durch ein Volk war also abgewendet. So konnte die EU Griechenland weiter unter Druck setzen. So mussten die Griechen weiter bluten. Nach all den Sparmaßnahmen, all den Milliarden, die geflossen, ist bis heute nicht absehbar, ob und wie Griechenland jemals wieder auf die Beine kommen soll.

Occupy - owei owei

Die Menschen gehen auf die Straße. Ist ihr gutes Recht. Werden gerne niedergeknüppelt. Das ist demokratische Gepflogenheit. In Griechenland wie anderswo.

Angesichts der aussichtslosen Situation sind innerhalb kurzer Zeit wenigstens zwei Regierungen gestürzt. Nicht weil sie abgewählt worden wären, sondern weil der Druck von aussen zu groß geworden ist. Erst nach dem Scheitern der zweiten Regierung durfte das Volk wieder ran.

Die Wahl hat den etablierten Parteien eine klare rote Karte für ihre kapitalismushörige Politik gezeigt. Parteien, die meist in der Bedeutungslosigkeit vor sich hin dümpelten, erreichten ungeahnte Stimmengewinne. Rechts der etablierten, links und auch ganz links.

Wie diese Parteien die Kriese in den Griff bekommen wollen, ist nicht immer ganz klar. Vielleicht auch ordentlich unklar. Aber eins ist ganz klar: Sie wollen alle weg vom desaströsen Sparkurs der bisherigen Regierungen. Ganz einfach deswegen, weil der vergangene Kurs keinen Meter aus der Kriese hinaus geholfen hat.

Alternativlose Alternative

Offenbar haben die Griechen verstanden, dass es zu einer "alternativlose Politik", die immer weiter in den Abgrund führt, eben doch eine Alternative gibt. Vielleicht und hoffentlich geht so von Griechenland ein Signal für ganz Europa aus: Das Volk ist es leid, unter der Knechtschaft des Kapitals zu ächzen und von den Milliarden, die in die Banken gesteckt werden nocht nicht einmal Brosamen abzubekommen.

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NDW

Geist

Mister

Ich soll jetzt also was über mich sagen? Weil das irgend wen interessiert? Das soll ich glauben?

Also gut. Ich werde oft gefragt, wie ich zu meinem Namen komme.

Der Name "Geist", also Geist wie Gespenst, kommt aus meiner Gruftiezeit... ach Quatsch, war ja nie ein Gruftie.

Eher so methaphysisch also. Inhaltsschwanger und philosophisch. Wär schön, sich mit sowas zu schmücken. Ist aber Unsinn.

Dann vielleicht religiös. So heiliger Geist und Dreifaltigkeit und so Sachen? Daraus ließe sich sicher was drehen. Gehört aber auch in das Reich der Sagen und Märchen.

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