Die Lokführer streiken - warum?

Eine Frage der Gerechtigkeit

06.11.2014

Seit Tagen wird die Presse nicht müde, auf die Lokführer und die GDL einzudreschen.

Und das, weil die Lokführer von einem Recht Gebrauch machen, dass ihnen zusteht.

Lasst mich ein wenig darüber nachdenken.

Eine Frage der Gerechtigkeit?

Eine Frage der Gerechtigkeit?

Ein Lokführer mit zwei Jahren Berufserfahrung verdient etwa 42.444 € im Jahr. Der Bahnchef Grube verdient etwa 2.700.000 Euro im Jahr. Das heißt, würde man sich einen Bahn-Chef sparen, könnte man locker 63 Lokführer einstellen und hätte noch ein bisschen übrig.

Oder anders herum, der Chef verdient das 63 fache des einfachen Angestellten.

Machen wir mal einen Stundenlohn draus. Dann kämen wir bei einem Lokführer auf etwa 22 €, beim Herrn Grube hingegen auf 1406 €. Müsste ein Lokführer also 63 Stunden, oder mehr als eineinhalb Wochen auf der Schiene sein, um das zu verdienen, was Herr Grube in einer Stunde einstreicht.

Während ein Lokführer also auf der Fahrt von München nach Ingolstadt gerade einmal so viel verdient, dass er sich eine Brotzeit - und vielleicht eine Zeitung dazu - leisten kann, hat Herr Grube bereits die Miete für eine Wohnung in einem besseren Viertel im Sack.

Nicht schlecht, was?

Jetzt streiken die Lokführer dafür, dass sie am Ende des Monats ein paar Pfennigfünfzig mehr in der Tasche haben und was passiert? Die Medien prügeln auf die Lokführer ein. Besonders auf den Chef der Lokführergewerkschaft GDL. Als ob er etwas unanständiges fordere. Es wird seine Telefonnummer veröffentlicht (Bild) und seine Wohnung (Focus) abgebildet. Fehlt gerade noch der Aufruf zum Lynchen. Was ein schäbiges Gesocks doch in den Redaktionen. Pfui Teufel!

Sicher, wenn ich frierend am Bahnsteig stehe und der Zug kommt nicht, dann sinkt meine Laune auch. Hab da auch schon erbärmlich auf die Bahn geschimpft, kann ich gar nicht hier wieder geben. Und doch konnte ich so weit meine Grütze beisammen halten, um zu wissen, dass nicht der Lokführer für meine momentane Situation verantwortlich ist. Nicht der Lokführer hat versucht die Bahn kaputt zu sparen um an der Börse Reibach zu machen. Das war der Herr Mehdorn. Ein Vorgänger von dem Grube (HaHa: Die Bahn fährt in die Grube. Der ist gut, nicht?).

Auch ärgere ich mich gerne mal über die Preise der Bahn. Als ökologisch sinnvolle Alternative zu Flieger, Automobil und Omnibus taugen die nicht. Angesichts der obigen Rechnung kann ich da aber auch nicht auf die Lokführer sauer sein.

Lasst mich noch was anderes an den Haaren ziehen. Einen Vergleich: So wie wir uns mit Billigware auf Fernasien schmücken und uns dabei furzegal ist was dabei Kinderhände bluten müssen - sind ja weder unsere Hände, noch unsere Kinder und sehen tun wir das auch nicht -, so egal ist uns auch das Schicksal der Piloten in der Kanzel des Zuges.

Bevor ich mich jetzt weiter in Rage schreibe... hier zum Weiterlesen:

Ach, und eins hab ich noch. Und zwar auf Facebook gefunden:

Ein Fahrgast, der am Bahnhof steht und sich übergeben muss, weil die Bahn schon wieder streikt, ist ein Streikbrecher.

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Worte zum neuen Jahr 2014

Trichterkopf

Hat sich was mit "gutes neues Jahr". Der Januar ist noch nicht rum, doch die Altlasten von 2013 werfen von Berlin aus dunkle Schatten über die Republik.

Verwundert reibt man sich die Augen, welche Kapriolen uns aus dem Hause "GroKo" entgegenschlagen.

In diesem Sinne: Alles wird gut... oder eben auch nicht.

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