Die Kriegstreiber

Hubschrauber
05.08.2014

Jetzt, 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg, wird allerorten dem grausamen Gemetzel gedacht. Es wird gemahnt und beschworen. Es möge alles unternommen werden, dass sich ein solcher Weltenbrand nie wiederholen möge.

Seit geraumer Zeit jedoch bekomme ich den Eindruck, der gesellschaftliche Konsens, der einstmals auf der Willy Brandtschen Maxime "von Deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen" fußte, solle mit aller Gewalt aufgekündigt werden.

Und es sind nicht die Hinterbänkler, die sich im Chor der neuen Kriegstreiberei hervor tun.

Einer der Ersten war war Peter Struck. Seinerzeit Verteidigungsminister der Rot-Grünen Koalition.

Peter Struck

In Zusammenarbeit mit der einstigen Friedenspartei einer Petra Kelly hat Herr Struck klargestellt, dass unsere Freiheit auch am Hindukusch zu verteidigen sei. Also weitab Deutscher Landesgrenzen, selbst weitab von Europa. Und das selbst bei einer sehr vagen und fiktionalen Bedrohungslage.

Horst Köhler

Ein paar Jahre später stösst der damalige Bundespräsident Horst Köhler mit dem gleichen Horn gleich ein ganzes Stück weiter vor. Er war der Meinung, dass "im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere [die Deutschen] Interessen zu wahren".

Interessen wahren ist nur noch mit zwei zugekniffenen Augen irgendwie mit dem Verteidigungsauftrag der Bundeswehr in Übereinstimmung zu bringen. Leichter fällt mir da ein Zusammenhang mit dem Begriff Angriffskrieg herzustellen.

Ursula von der Leyen

Die nächste im Bunde wäre die Ursula von der Leyen. "Ein stärkeres internationales Engagement der Bundeswehr" hätte sie gerne. Da die Bundeswehr nun mal keine vorwiegend humanitäre Einrichtung ist - manch Zeitgenosse mag das in Anbetracht Schulen bewachender Soldaten gerne mal vergessen - bleibt unter "internationales Engagement" letztlich nur die Beteiligung an vielen, weiteren und zukünftigen Kriegen zu verstehen.

Joachim Gauck

Auch der sich ehemals als evangelischer Friedenspfarrer mit humanitärem Gewissen gebärdender Joachim Gauck reiht sich zwanglos in die Garde der Kriegstreiber ein. Er gemahnt, "den Einsatz militärischer Mittel als letztes Mittel nicht von vornherein zu verwerfen". In Klartext übersetzt heisst das: Militärische Mittel müssen wieder als reguläre Fortführung von Politik mit anderen Mitteln werden.

Abschliessend ein kleiner Disput auf Facebook:

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Jugend

Fast eine Jugend

mann-o-mann

Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts war man überzeugt, eine zivilisatorische Stufe erreicht zu haben, die Gräuel des Mittelalters ein für alle Mal hinter sich gelassen zu haben.

Zwei Weltkriege und die Naziherrschaft belehrten eines Besseren.

In den letzten Jahren, also zu Beginn diesen Jahrhunderts, machte sich eine ähnliche Überzeugung breit. Über 50 Jahre vermeintlichen Friedens - Kriege fanden schließlich nur noch... na ja, zumindest nicht in der direkten Nachbarschaft statt - scheinen ja auch ein solides Fundament.

Unser Kollege von der Soziologenfront, Paul Balthasar, macht sich seine Gedanken.

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