Der böse Russe... vielleicht

04.04.2018

Nichts liegt mir ferner, als Putin in Schutz zu nehmen. Ich glaube nicht, dass er ein guter Mensch ist.

Was mir jedoch ganz übel auf den Magen schlägt, ist die sich immer schneller drehende Abwärtsspirale rund um den Giftanschlag in Salisbury.

Denn hier werden Rechtsstaatlichkeit und diplomatische Gepflogenheiten aus den Angeln gehoben, wie selten einmal.

Die "westliche Presse" überschlägt sich, angestachelt von unbelegten Behauptungen, in Generalmobilmachung gegen Russland.

Da ist von einer schwachen, gemeinsamen Erklärung der EU-Außenminister die Rede. Davon, dass Merkel, Macron und Trump eine weitreichendere Erklärung verfasst hätten.

Da werden Schuldzuweisungen ausgetauscht und gegenseitig Diplomaten ausgewiesen. Da wird von Seiten Großbritanniens, der EU und den USA agiert, wie sie sich selbst verbitten würden, dass mit ihnen verfahren wird.

Es wird beschuldigt und vorverurteilt.

Gleichzeitig wird die ohnehin dürftige Beweislage gegen Russland von Tag zu Tag dünner.

Ohne einen einzigen handfesten Beleg wird eine weitere - als ob wir noch nicht genug hätten - internationale Kriese heraufbeschworen. Ist das einer zivilisierten Gesellschaft würdig?

[Update 04.04.2018]: Die FAZ spricht von "gezielter Verwirrung" und meint damit vor allem das Informationsgebaren Russlands. Tatsächlich erinnert das russische Herumgeeiere zwischen Informationsfetzen, Beschuldigungen und Beleidigt sein unangenehm an Sowjetzeiten. Nicht zuletzt weil es sich im Nachhinein beinahe regelmäßig regelmäßig herausgestellt hat, dass tatsächlich vertuscht, verschwiegen und gelogen worden ist.

Im Nachsatz weist Kommentator Reinhard Veser auf einen weiteren Umstand hin: "Boris Johnson aber erweist sich ein weiteres Mal als jemand, dem scharfe Formulierungen mehr liegen als sachliche Korrektheit". Das Umreisst das westliche Gebaren sehr deutlich.

[Update 05.04.2018]: Die FAZ berichtet heute "Russisches Nowitschok-Labor angeblich identifiziert" und schreibt ein paar Zeilen weiter "eine klare Quelle nannte das Blatt allerdings nicht", sowie "ein Regierungssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren". Wenn also Großbritannien Beweise hat, warum legen sie die nicht auf den Tisch? Ist das einfach schlechte Informationspolitik? Oder gibt es die Beweise tatsächlich nicht?

[Update 12.04.2018]: Die OPCW hat einen Bericht vorgelegt, der so nichtssagend ist, dass es einem die Zehennägel aufrollt.

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CDU

Bildung is a Wanka

Gerader Rücken

Uiii, wo haben sie denn die ausgegraben? Gut, und mit Recht gut, hat sie sich bislang versteckt gehalten.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob Frau Wanka schon mal was von der Bildungshoheit der Länder gehört hat. Sollte sie doch, sollte sie auch wissen, dass sie als Bundesministerin da gar nichts mitzureden hat.

Aber das ist nicht das Thema. Zerpflückt soll sie werden und das anhand ihrer eloquenten Art Plattitüden ungebremst in die Freiheit zu entlassen.

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