Der Flüchtlinge sind ganz schön viele - oder?

Undertaker

Kleine Zahlenspiele

09.09.2016

Weil sich der Mob gerade über 60 Flüchtlinge echauffiert, die auf die prekäre Situation von Asylbewerbern aufmerksam machen.

Weil ein böser Artikel in der Zeitung mehr bewegt als 40 Jahre eigener Erfahrung.

Weil Populisten und Rassisten mit Gefühlen spielen.

Weil Zahlen nur im Zusammenhang eine Aussage bekommen...

Hier meine Zusammenhänge.

Es gibt einen Verteilungsschlüssel, auf den sich wer auch immer geeinigt hat, der besagt, München möge von jeweils 1 Millionen Flüchtlinge 21.300 aufnehmen. Tatsächlich waren es (großzügig geschätzt) 12.303 Flüchtlinge, die tatsächlich von München aufgenommen wurden.

München hat etwa 1,5 Millionen Einwohner. Das heißt (so PI mal Daumen), auf 150 Münchner kommen etwa 2 Flüchtlinge.

Wenn ich mir jetzt überlege, mit wie vielen Menschen ich so täglich direkten Kontakt habe, also Familie, Arbeitskollegen, Stammtisch, die Schafkopfrunde und die Kassiererin im Supermarkt, dann werden das so um die 50 sein.

Wenn ich jetzt nicht täglich Schafkopf spiele und auch den Stammtisch nur ein Mal in der Woche aufsuche, dann entsprechend weniger.

Also rein statistisch gesehen, hätte ich bestenfalls alle drei Tage die theoretische Möglichkeit, einem Flüchtling zu begnen.

Praktisch verringert sich die Möglichkeit schon allein deswegen, weil nicht zu erwarten steht, dass sich in die illustre Runde ein Flüchtling verirrt.

Familie fällt aus, weil das doch eher ein fester Kern selten wechselnder Personen ist (wobei... zumindest mein Vater ist ganz klar ein Flüchtling, aus Pommern... und kulturell dem Münchner auch nicht sehr nahe stehend, also als Preuße...)

Arbeitskollegen und Supermarktpersonal fällt aus, weil Flüchtlinge nicht arbeiten dürfen.

Schafkopfrunde ist ebenfalls kein Thema. Es ist mittlerweile schon schwer, Münchner zu finden, die dieses Spiel noch beherrschen.

Alles in allem muss ich schon aktiv werden, um mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen.

Ist meine Angst sehr groß, dann werde ich eben nicht aktiv.

Ist meine Neugier größer, dann gibt es sicher Möglichkeiten.

Leider fehlt mir Zahlenmaterial darüber, wie sich die Bevölkerungsstruktur Münchens insgesamt über die letzten 10, 20, 30, 50 Jahre hinweg entwickelt hat.

Für meinen Teil bin mir jedoch sicher, dass der Zuwachs von etwa 800.000 Einwohnern 1950 bis zu den 1,5 Millionen heute nicht rein auf die sexuelle Regsamkeit der Urmünchner zurückzuführen ist.

Worauf ich hinaus will? Wenn München in der Lage ist, mehrere 100.000 Zugroaste aus Restdeutschland, der EU und sonst wo aus der Welt aufzunehmen und zu integrieren, dann sind 13 Tausend oder auch 21 Tausend mehr oder weniger doch wohl ein Witz.

Das nur am Rande...

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