CSU: Betreuungsgeld ein voller Erfolg

Roland Schönfelder
28.07.2014

Eine Untersuchung hat ergeben, dass sich die Einführung der Herdprämie zu einem unerwartet großen Erfolg entwickelt.

So werden nicht nur viele Frauen vom Arbeitsmarkt fern gehalten, was eine erfreuliche Entlastung der Arbeitslosenstatistik zur Folge hat, sondern vor allem Kinder aus sogenannten bildungsfernen Schichten von frühkindlicher Bildung.

Das Deutsche Jugeninstitut hat in einer Studie ermittelt, dass 54% der Eltern mit Hauptschul- oder ganz ohne Schulabschluss vom Betreuungsgeld gebrauch machen. Je höher die Bildung, desto geringer die Anzahl der Bezieher des Geldes.

Roland Schönfelder glänzte schon an anderer Stelle mit klaren Worten und menschenverachtenden Thesen. Wir haben ihn als Wirtschaftsexperten zum Thema befragt.

EMAZ: Herr Schönfelder wie erklären Sie sich den Erfolg des Betreuungsgeldes?

Roland Schönfelder: Mit der Einführung des Betreuungsgeldes haben wir eine Kampagne ins Leben gerufen, die direkt an die Grundbedürfnisse des einfachen Menschen appeliert. Denn nicht Bildung, und schon garnicht die Bildung des Nachwuchses, liegt in der archaischen Natur des Menschen. Es ist der eigene Geldbeutel. So wie sich der gemeine Arbeiter mit 1,2% mehr Lohn zufrieden gibt, selbst wenn die Einkommen des Managements um 100, 200 oder noch mehr Prozent steigen, so fühlt sich der Geringverdiener wie ein König, wenn auf einen Schlag 100 Mäuse mehr auf dem Konto eingehen.

EMAZ: Für das Ziel der Chancengleichheit ist die Massnahme ein herber Rückschlag. Sollte der Politik nicht gerade die Förderung der Kinder besonders am Herzen liegen?

Roland Schönfelder: Sehen Sie das doch mal so, je weniger Kinder, denen es an ausserschulischer Unterstützung fehlt, unsere Gymnasien und Universitäten verstopfen, desto besser ist die Ausbildung für kommende Eliten. Ganz zu schweigen von den Geldern, die sich der Staat spart, die anderenfalls in Bafög und Langzeitstudenten investiert werden müssten. Da ist das Betreuungsgeld doch das kleinere Übel für die Staatskasse.

EMAZ: Ist das nicht sehr menschenverachtend und abwertend gegenüber den Menschen, die sich sowieso vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen fühlen?

Roland Schönfelder: Diese Menschen sind doch selber Schuld. Es zwingt sie niemand, das Betreuungsgeld zu beanspruchen. Es zwingt sie niemand, in ihrer prekären Situation zu verharren. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

Das Eva-Prinzip

EMAZ: Im Zuge der Emanzipation haben Frauen dafür gekämpft, ihre Rolle vom Heimchen am Herd zu überwinden. Das Betreuungsgeld führt sie nun wieder zurück in die Küche.

Roland Schönfelder: Wenn Frauen die Erungenschaften der Emanzipation nicht wahrnehmen, wollen Sie sie dazu zwingen? Die Verkaufszahlen des Buchs "Das Eva-Prinzip" spricht eine deutliche Sprache. Viele Frauen und Mütter wollen sich eben nicht dem egoistischen Diktat der Gleichberechtigung unterordnen. Sie ziehen die traditionelle Rolle als Frau und Mutter vor.
Diese Entwicklung ist aus arbeitsmarktpolitischer Sicht absolut zu begrüssen. Eine Frau, die sich als Hausfrau versteht und sich damit dem Arbeitsmarkt entzieht, liegt dem Staat im Falle einer Arbeitslosigkeit, besonders in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, nicht auf der Tasche.

EMAZ: "Meine Kinder sollen es einmal besser haben" war lange ein Credo im Bürgertum und weiten Teilen der Arbeiterschaft.

Roland Schönfelder: Dieses Credo zieht hier nicht. Menschen, die mit ihrer Zukunft abgeschlossen haben, verschwenden auch keine Gedanken an die Zukunft ihrer Kinder. Dem Staat steht es nicht an, sich in diese private Entscheidung einzumischen. Und vor allem unser kapitalistisches System braucht gesellschaftliche Verlierer. Nur so kann es auch Gewinner geben. Das hat in der Sklavenhaltergesellschaft funktioniert, in feudalen Systemen, wieso sollte man in einer aufgeklärten Gesellschaft von diesem Prinzip abweichen? Zumal eine staatliche Förderung Benachteiligter in letzter Konsequenz immer zu Lasten der Bessergestellten geht.

EMAZ: Ist diese Entwicklung nicht zu verurteilen? Ist nicht ein Gegenlenken der Politik notwendig? Leiden doch die schwächsten der Gesellschaft, eben die Kinder, am meisten darunter, wenn ihnen bereits der gleichberechtigte Start ins Leben verbaut wird.

Roland Schönfelder - Was soll ich machen

Roland Schönfelder: Das ist doch reine Polemik. Unser Bildungssystem ist so gegliedert und durchlässig, dass jedes Kind zu jeder Zeit eine Fülle von Chancen hat. Wer es auf dem Gymnasium nicht schafft, kann problemlos auf die Realschule wechseln. Überforderte Realschüler finden auf der Hauptschule beste Bedingungen. Auch wer die Schule ohne Abschluss verlässt hat, findet auf dem weiten Feld der Billigjobs seinen Platz. Und wer sich nach acht Stunden Arbeit und zwei Nebenjobs nach höherem sehnt, für den steht der zweite Bildungsweg offen.
Das funktioniert seit Jahrzehnten. Wieso sollte sich der Staat hier um noch mehr Chancengleichheit bemühen?

Wie aus Bildungsferne Politikferne wird

EMAZ: Andere Untersuchungen zeigen, dass Politikverdrossenheit und Wahlverweigerung in Schichten mit geringer Bildung weit verbreitet sind.

Roland Schönfelder: Ja sehen Sie, dass ist genau der Anlass für das Betreuungsgeld. Glauben Sie im Ernst, die CSU könnte Wahlergebnisse um die 50% einfahren, wenn gebildete, informierte und mündige Bürger an die Wahlurne gingen? Wenn der Wähler mental in der Lage wäre, Wahlversprechen bereits im Vorfeld als Lügen zu erkennen, glauben Sie er würde jemals die Union wählen? Wenn wir nun frühzeitig dafür sorgen, dass Kinder dumm gehalten werden, haben wir die idealen Wähler für konservative Parteien in der Zukunft.

EMAZ: Allerdings steigt auch der Anteil Nichtwähler, je niedriger die Bildung ist.

Roland Schönfelder: Ein Nichtwähler wählt nicht links. Auch wenn sich linke Politik gerne für Benachteiligte einsetzt, so ist der benachteiligte nicht in der Lage, das zu erkennen. Oder warum meinen Sie, dass die Linke sich zwar für Harz IV Empfänger einsetzt, von diesen jedoch nicht gewählt wird?

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Austerität

Geist

Mister

Ich soll jetzt also was über mich sagen? Weil das irgend wen interessiert? Das soll ich glauben?

Also gut. Ich werde oft gefragt, wie ich zu meinem Namen komme.

Der Name "Geist", also Geist wie Gespenst, kommt aus meiner Gruftiezeit... ach Quatsch, war ja nie ein Gruftie.

Eher so methaphysisch also. Inhaltsschwanger und philosophisch. Wär schön, sich mit sowas zu schmücken. Ist aber Unsinn.

Dann vielleicht religiös. So heiliger Geist und Dreifaltigkeit und so Sachen? Daraus ließe sich sicher was drehen. Gehört aber auch in das Reich der Sagen und Märchen.

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