Bis wieviel Dezibel ist Antifaschismus erlaubt?

24.09.2019

Ich bin ja nun kein Fan von Grönemeyer. Die Musik langweilt mich, seine Texte ebenfalls. Aber das tut nichts zur Sache.

Jetzt - aber nicht nur jetzt, auch schon zu anderen Gelegenheiten - hat Grönemeyer seine persönliche Meinung kund getan, so wie das allmögliche Berufene und weniger Berufene tagtäglich tun. Die einen auf Facebook und Twitter, andere im Bundestag oder auf Demonstrationen. Grönemeyer nun auf der Bühne. Bitteschön, ein jeder nach seinen Fähigkeiten. Ist legitim, ist von der Verfassung gedeckt.

Und gegen Nazis zu wettern sollte in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft eigentlich zum guten Ton gehören.

Jetzt hat Herr Grönemeyer - in seinem ihm eigenen Duktus - gegen Nazis gewettert. Anstatt dass sich nun die die ganze Zivilgesellschaft geschlossen hinter ihn stellt und lauthals einstimmt "zwar mögen wir deine Musik nicht, was du da sagst, damit liegst du goldrichtig", sprießen Kritiker wie Stinkmorcheln aus dem Boden.

Da springen Konservative den gedissten Nazis bei. Und die Nazis fallen ihrerseits über Grönemeyer her und schallen ihn einen Nazi. Weil er sich vermeintlich Göbbels Stilmittel der Krakelerei bediente.
In den Kommentarspalten oder auf Facebook, die widerlichsten Kommentare werden aus den untersten Schubladen gezogen:

"Goebbelmeyer"

Wem die Argumente ausgehen, der bedient sich der Beleidigung. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung ist damit schnell ein Riegel vorgeschoben.

"wie sich diese Art von Mensch vor den Karren der Radikalität spannen lässt, verabscheue ich aus tiefstem Herzen"

Wer seiner innigen Abscheu vor Nazis und ähnlichem Gesocks Ausdruck verleiht, lässt sich also direkt vor den Karren einer Radikalität spannen. Ist es wirklich schon so weit, dass sich jemand, der sich gegen menschenverachtende Umtriebe positioniert, als Radikaler oder von Radikalen Instrumentalisierter schimpfen lassen muss? Nein liebe Leute. Wer sich so äußert, der hat Verabscheuung aus tiefstem Herzen verdient.

"der steht ausserhalb der menschlichen Gesellschaft. Völlig abgehoben. Der denkt er wäre Gott. Dabei ist der nur ein armes Schwein."

Ein Künstler - und der Herr Grönemeyer im Besonderen - steht nicht außerhalb der Gesellschaft. Der steht auf der Bühne und der steht dort, eben weil er ein Teil der Gesellschaft ist. Jemand außerhalb der Gesellschaft, dem wird keine Bühne geboten.
Und von wegen Gott. Man kann vielen Künstlern vorwerfen, sie hätten den Boden unter den Füßen verloren, sie würden sich für was besseres halten. Grönemeyer? Der steht so was von fest auf dem Boden der Realität. Man mag ihm einiges vorwerfen, aber dass er sich für Gott hält... echt jetzt?

...das arme Schwein ist eher der Kommentator.

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