Bildung is a Wanka

Gerader Rücken
20.02.2013

Uiii, wo haben sie denn die ausgegraben? Gut, und mit Recht gut, hat sie sich bislang versteckt gehalten.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob Frau Wanka schon mal was von der Bildungshoheit der Länder gehört hat. Sollte sie doch, sollte sie auch wissen, dass sie als Bundesministerin da gar nichts mitzureden hat.

Aber das ist nicht das Thema. Zerpflückt soll sie werden und das anhand ihrer eloquenten Art Plattitüden ungebremst in die Freiheit zu entlassen.

Positionieren möcht sie sich offenbar als die eiserne Lady der Studiengebühren.

"83 Prozent unserer Studierenden (in Niedersachsen) schließen ihr Studium erfolgreich ab" posaunt sie in die Welt. Damit mag sie recht haben. Was sie dabei nicht erwähnt: In Berlin mögen es glatt 83,7 Prozent sein. Und dort gibt es keine Studiengebühren.

Dazu ein Stimmungsbild aus Bayern: Ganz einfach, für Bayern gibt es keine Zahlen. Gerade einmal Schätzungen und die liegen bei 20 bis 30 Prozent Studienabbrüchen. Macht nach Adam Riese also 70, im besten Fall 80 Prozent erflogreiche Absolventen. Soo toll kommt das als Argument für Studiengebühren also nicht.

Ideologisch sei der Wunsch nach gebührenfreies Studieren. So wie für die konservative Elite alles ideologisch ist, was irgendwie nach Gerechtigkeit oder Chancengleichheit aussieht.

"Nicht zuletzt wegen der Notwendigkeit ausgeglichener und schuldenfreier Haushalte wird es Wiedereinführungen geben", wärend die Finanzierung von Bankenpleiten, Subventionierung von Energieverschwendern und teure Bundeswehreskapaden am Hindukusch selbsredend nicht zur Debatte steht.

"Die Hochschulen können mit den Studiengebühren Dinge zur Verbesserung der Lehre machen, die sie mit staatlichen Geldern nicht machen könnten". Wieso denn nicht? Stinkt denn staatliches Geld?

Oder ist es nicht etwa so, dass die politische Klasse sich lieber mit repräsentativen Dienstwagen ausstattet und eine Bundeswehflugbereitschaft unterhält, bevor sie in die Jugend und deren Bildung investiert?

Frau Wanka entblödet sich auch nicht, das "Warum soll etwa eine Krankenschwester das Studium ihres späteren Chefarztes finanzieren?" Argument ins Feld zu führen. Dem möchte ich ein schallendes "Warum soll ich das Gehalt für solche Spacken wie Dich finanzieren?" entgegen schleudern.

Nun sehen wir uns das Argument mal etwas genauer an. Dahinter steckt eine Denke, die geht etwa so:

Der Chefarzt soll seinem Sprössling das Studium mitsamt Gebühren, Auslandsaufenthalten und sonstigen Nebenkosten finanzieren. Kann er, hat ja ordentlich Kohle.

Der Krankenschwester steht es frei, ihrem Sprössling gleiches zu finanzieren. Kann sie nicht? Ist aber blöd. Und dabei spart sie doch so viel Geld, weil sie das Studium des Chefarztsohnes gar nicht finanzieren muss.

Schon klar, der Titel "Ministerin" bewahrt nicht davor, geistig etwas seichter ausgestattet zu sein. Mit solch billigen und armseligen Argumenten ins Feld zu führen... dazu gehört nun wieder eine Dreistigkeit.

Haben wir noch einen? Ja klar, der Nebensatz "trotz fehlender Argumente". Da muss ich einfach nüchtern feststellen, wenn die Argumente der Studiengebührenbefürworter so fundiert vorgetragen werden wie von Frau Wanka, dann brauchts keine Gegenargumente.

Quellen:

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