Ärztearmut

Apotheke

Geschenke für die Ärmsten

01.07.2012

Der Geld- und Gabenfluss von Pharmaunternehmen zu Ärzteschaft ist nicht zu beanstanden. So hat es der Bundesgerichtshof entschieden.

Ein richtig gutes Gefühl zu wissen, dass man vom Arzt nicht unbedingt nach bestem Wissen und Gewissen behandelt wird, sondern eher nach Vergaberichtlinien der Pharmaindustrie.

Sicher, Ärzte sind weder Amtsträger, noch Kassenbeauftragte (www.br.de) und damit auch nicht den entsprechenden Korruptionsregelungen unterworfen. Allerdings finanzieren sich Ärzte vorwiegend aus Geldern der Krankenkassen. Und da darf man als Versicherter durchaus erwarten, dass der Arzt im Sinne von Patient und Krankenkasse handelt. Oder ist das schon nicht mehr richtig und die Ärzte finanzieren sich bereits vorwiegend über kleine Aufmerksamkeiten?

Fragen

In diesem Zusammenhang drängen sich zwei Fragen auf:

a) Sind die Ärzte in Deutschland so unterbezahlt, dass sie auf zweifelhafte Zuwendungen angewiesen sind?

b) Definieren sich Ärzte als kapitalistische Einrichtung, die rein zur Gewinnmaximierung agiert?

Das mit der Unterbezahlung ist wohl etwas relativ zu sehen. Verglichen mit einem Banker, der Millionen heimträgt obwohl er weder Verantwortung übernommen, noch sonst irgend etwas gesellschaftlich beachtenswertes vollbracht hat, könnte man durchaus von einem gewissen Missverhältnis der Entlohnung sprechen.

Nehmen wir jedoch einen Arbeiter, der 40 Stunden und mehr buckeln muss und trotzdem am Existenzminimum herumkrebst. Da macht sich ein Einkommen um die 100.000,- Euro (www.gkv-spitzenverband.de) doch recht feudal.

Es ehrt die Ärztevertreter, dass sie mögliche Geschenke für bedenklich halten. Wenn sie sich dann aber auf die Kontrolle durch Selbsverwaltungen berufen, bekommt die Ernsthaftigkeit der Bedenken schnell Kratzer.

Selbstverwaltung

Selbstverwaltung hängt immer ein wenig mit Freiwilligkeit und Eigeninteresse zusammen. Wenn jetzt die Gewinnmaximierung das Eigeninteresse ist, dann lässt die Freiwilligkeit zur eigenen Reglementierung schnell nach.

Gesetzliche Regelungen werden von den Ärztevertretern abgelehnt. Könnten sie nun reinen Gewissens von sich sagen, sie seien nicht korruptionsanfällig, so bräuchten sie auch keine Angst vor entsprechenden Regelungen haben.

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Lebensfreude

Feuerwerk und Lebensfreude? Verbieten, verbieten, verbieten...

Sonne

Eine Bürgerinitiative zieht von Bürgerversammlung zu Bürgerversammlung, um ein Verbot der jahresendlichen Feuerwerkssitten zu erreichen.

Jetzt hat sich Münchens Oberbürgermeister zu Wort gemeldet und dabei einen recht beachtlichen Satz gesagt:

"Ich kann sehr gut verstehen, dass die Leute immer mehr Umweltbewusstsein entwickeln."

An 364 Tagen im Jahr geht dem Münchner das Umweltbewusstsein vorwiegend am Arsch vorbei. Da darf der Bolide Dreck in die Luft pumpen, die Bio-Banane in Plastik verpackt werden, der Togo-Becher in die Ecke geworfen werden.

An einem Tag im Jahr kommt das Umweltbewusstsein dann zusammen mit den guten Vorsätzen ums Eck und sagt: Jetzt wird es Zeit ein Zeichen zu setzen. Und warum nicht den böllerliebenden Zeitgenossen ihre Lebensfreude abzwicken.

Die Hunde, der Dreck, der Feinstaub. Da kann dann niemand reinen Gewissens dagegen argumentieren.

Kann er nicht? Kann er doch!

Ich, der ich seit Jahren nicht böllert, ich sage euch, sobald die Stadt befreit ist von Autoabgasen, von Laubbläserlärm, von U-Bahnmusik und roten Ampeln nach Mitternacht, ich werde in vorderster Front gegen ... nein, werde ich nicht, weil mir die Verbieterei der Lebensfreude auch dann entschieden auf den Sack gehen wird.

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