Von den Grünen zur CDU

05.08.2017

Politik sei ein schmutziges Geschäft, ist zu hören.

Politikverdrossenheit sei die Folge, ist zu hören.

Wenn eine Mandatsträgerin mitsamt ihrem Mandat von den Grünen zur CDU wechselt und damit eine Regierung zu Fall bringt, dann reibt man sich die Augen und denkt "ja, es ist ein schmutziges Geschäft" und "ja, das führt zur Verdrossenheit, wenn ich mich auf die Gewählten so wenig verlassen kann".

Hier ein Disput von Facebook:

Elke Twesten saß für die Grünen seit 2008 im Landtag von Niedersachsen. Nun wechselt die 54-Jährige zur CDU und löst eine Machtverschiebung aus.

Paul Balthasar:
"Ich bin keine Verräterin"
Wie würdet ihr das nennen, wenn man aus gekränkter Eitelkeit zum politischen Gegner überläuft?
Ich finde, Verräterin trifft es schon recht gut.

Besucherin I: Also, so wenig ich grün und schwarz abringen kann: Jeder hat politisch Entscheidungsfreiheit. Das gilt auch für die, die lange bei einer Partei waren. Zudem muss man sich auch mal entscheiden: Jeder Abgeordnete ist seinem Gewissen verpflichtet. Wenn s also auf die andere Seite treibt, warum nicht. Darüber hinaus: Ich bin persönlich überzeugte Wechselwählerin. Warum? Weil ich es für verlogen halte zu glauben, man könnte über Jahrzehnte Inhalte und Ideen einer Partei, die sich ja auch im Wandel befindet (wie man selbst) "Treue" schwören.

Paul Balthasar: Und doch ist es so, dass Kandidaten meist aufgestellt werden, weil eine Partei und deren Mitglieder ein gewisses Vertrauen in die Kandidaten haben.
Ebenso wählt der Wähler, weil Vertrauen oder wenigsten Hoffnung im Spiel sind.
Sicher ist der Mandatsträger seinem Gewissen verpflichtet. Und sicher darf ein Mandatsträger sich auch weiterentwickeln und zu geänderten Überzeugungen kommen.
Dann wäre es - aus meiner Sicht - zumindest angebracht, das Mandat zurückzugeben.
Als Wähler (und als Partei) fühlte ich mich im hier angeführten Fall schon betrogen.

Besucherin II: Ist es nicht eher ehrlich zu bekennen, sich getäuscht zu haben und eine Korrektur vorzunehmen?

Paul Balthasar: Ehrlich mag das sein. Aber ich glaube kaum, dass der Wähler jemanden wählt oder in Amt und Würden haben möchte, der so mir nichts dir nichts zu einer anderen Partei überläuft. Frau Twesten darf gerne ihr Mandat zurückgeben und bei der nächsten Wahl ganz offen und frei bei der CDU kandidieren. Wenn der Wähler das dann gut findet, bitteschön.

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