Seehofer hat Angst

18.03.2018

Seehofer scheint jetzt endlich seine Paraderolle gefunden: Er gibt den "Alten Depp aus dem Süden".

Weit ausschreitend hält er seinen Einzug in Berlin. Ist es Wahlkampfgetöse für Bayern oder lässt er lediglich Masken fallen.

Noch nicht ganz vereidigt öffnet er erneut das Fass um Religionen und welche wie zu Deutschland passe.

Und offenbart dabei: Er ist ein Angsthase, der sich vor fremden Religionen und offenen Grenzen fürchtet.

Seit Jahren demonstrieren Pegida und die AfD lauthals, dass christliche Werte - etwa Güte oder Nächstenliebe - in unserer Gesellschaft nur einen dünnen Mantel um den tatsächlichen Zustand unserer Zivilisation legen.

Die wahre Seele des Deutschen scheint nach wie vor von Kleingeistigkeit, Missgunst, Hass, Ressentiments und Fremdenfeindlichkeit tief durchzogen.

Diese Bewegung der Rückwärtsgewandtheit schreibt sich Abendland und Christentum auf die Fahnen. Ich möchte mit diesem Abendland nichts zu tun haben.

Seehofer sieht das offenbar anders, wenn er ohne Not herausposaunt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Er stoßt damit ins selbe Horn wie Gauland und seine Bagage.

Es liegt nicht in der Kompetenz eines abgehalfterten Provinzpolitikers, sich über das Grundgesetz zu stellen und eine Religion über eine andere zu heben.

Doch nicht genug. Der Spruch ist noch nicht verebbt, die Kritiker noch nicht verstummt, legt der Mann aus Ingolstadt wortgewaltig nach.

Die Grenzen seien zu schützen. Und wenn die EU - die aus Sicht des Bayern offenbar zu so gar nichts taugt - nicht in der Lage ist, ihre Außengrenzen dicht zu machen, dann muss sich eben der Schlagbaum an der Deutschen Grenze schließen. Ganz so als würde ein neuerlicher Hunnensturm drohen.

Besonders verwerflich sind Seehofers Anhebungen, als dass die neue Regierung noch gar nicht richtig in Schwung gekommen ist und es vor allem jede Menge wirklich wichtiger Probleme und Herausforderungen zu lösen gilt.

Um die von ihm angesprochenen Themen ist es in letzter Zeit - mit Ausnahme extrem rechter Milieus - etwas ruhig geworden. Strotzend vor Populismus hebt der neue Innenminister brandgefährliche Themen auf die Agenda, die das Zeug haben, den Riss in der Gesellschaft weiter zu vertiefen und gleichzeitig an den Grundfesten der Europäischen Union zu rütteln. Einer Europäischen Union, die aus Seehofers Sicht augenscheinlich weniger den den Frieden auf dem Kontinent und die uneingeschränkte Reisefreiheit gebracht hat, denn die Gefahr der moslemischen Unterwanderung und des Terror-Tourismus.

Dieser ängstliche Mensch mit seiner rückwärtsgewandten - ich sage ausdrücklich nicht konservativen - Weltsicht soll die nächsten 4 Jahre die innenpolitischen Geschicke der Regierung lenken. Da kann einem Angst und Bange werden. Wir werden uns noch nach den vergleichsweise belanglosen Volten eines überforderten Heiko Maas sehnen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/horst-seehofer-islam-gehoert-doch-nicht-zu-deutschland-15496891.html

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