Quinoa - Modeerscheinung mit Nebenwirkung

24.07.2017

Pizza ist blöd, Hausmannskost macht dick, vegan ist für Hippies... Superfood muss her.

So oder so ähnlich mag es in den Köpfen der Lifestyleabteilungen der Lebensmittelindustrie ab gehen.

Auf der Suche, welche Sau als nächstes durchs globale Dorf getrieben werden könnt, ist man in Südamerika fündig geworden: Quinoa, die karge Malzeit der kleinen Bauern.

Und weil sich der kleine Andenbauer nicht wehren kann, - und gerade Südamerika den Wirtschaftsliberalismus chicagoscher Ausprägung ganz besonders verinnerlich hat - ist es ein Leichtes, ihm die Lebensgrundlage zu entziehen.

Der aufgeklärten Bildungsbürger hierzulande rennt zum Biomarkt, verdrückt eine Krokodilsträne und pfeift sich die Tagesration einer Indiofamilie zum Frühstück ein. Was gilt schon Leben in den Anden, wenn es um die eigene Hippness geht.

Während jetzt erste Stimmen laut werden, die da unken der Mitteleuropäer solle sich an hiesigem Getreide laben und nicht der dritten Welt die Butter vom Brot... ach nein, eine Butter haben die ja nicht, die haben Avocados. Und auch die nicht mehr, weil die brauchen wir für unsere Buddha Bowl.

Also während hier die Stimmen laut werden, wir sollten nicht denen, die nichts haben auch noch das wegnehmen, sind wir in Wirklichkeit schon einen Schritt weiter.

Wir nehmen dem kleinen Mann nämlich nicht nur das Essen weg, um uns unsere Wänste zu füllen. Wir nehmen ihm das Essen weg, um unseren Kosmetikschrank zu füllen. Denn während dort die Armut wütet, schmieren wir uns Quinoa auf die Haut.

Leute, ihr seid so armselig.

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Verschwörung

Töte nicht den Boten

Nun halte ich im allgemeinen eher nichts von Verschwörungstheorien. Wenn ich mir nun allerdings wikileaks ansehe und wie die Seite Amerika zusetzt, dann lässt mich der plötzlich aufgetauchte Vergewaltigungsvorwurf gegen den wikileaks-Gründer doch ein wenig stutzen...

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