Ich kann Kanzler

Klosteine

Will aber nicht

03.07.2013

Ich muss das jetzt mal auseinanderfieseln, was der Herr Steinbrück da so von sich gibt.
"Die SPD will eine große Koalition mit der Union nach der Bundestagswahl nicht formal ausschließen - aber alles dafür tun, um diese Option zu vermeiden."

rot-gelb

Ich sag jetzt einmal, die Voraussetzungen, die hierzu erfüllt werden müssen, noch bevor eine rot-gelbe Koalition auch nur angedacht werden werden kann, sind so gigantisch, dass hoffentlich selbst Herr Steinbrück davon nicht zu träumen wagt:

  1. Die FDP muss überhaupt in den Bundestag gewählt werden
  2. FDP und Union bekommen keine Mehrheit im Bundestag zusammen
  3. FDP und SPD zusammen brauchen die Mehrheit (oder Minderheit mit Duldung) im Bundestag. Bei Zustimmungswerten für die SPD von etwa 22% und der FDP von 5%, also zusammen etwa 27%, brauchen wir da nicht weiter reden.

rot-grün

Steinbrücks Wunschtraum, so sagt er zumindest. Bemühen wir also erneut die Umfragen und kommen auf zusammen sage und schreibe 34%. Jetzt kommt aber die Union schon alleine auf 41%. Schon deutlich näher an der Mehrheit aber noch nicht wirklich dran. - Nur nebenbei: Die mickrigen 34% sind nicht der Schwäche der Grünen geschuldet.

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Also noch die FDP mit an Bord nehmen. Kämen immerhin 39% zusammen. Reicht auch noch nicht an die Union heran.
Ganz zu schweigen von den Zentrifugalkräften von FDP und den Grünen. Diese Variante ist sowohl rechnerisch, als auch inhaltlich keine ernste Option.

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Kommen wir zur letzten Option. Zusammen mit der Linken. Immerhin prognostizierte 45%, also satte 4% mehr als die Union. Wenn jetzt die FDP nur ganz knapp unter der 5% Hürde bliebe, dann wäre das rechnerisch die einzig reale Konstellation. Und genau diese Konstellation schliesst Herr Steinbrück kategorisch aus:
"Definitiv ausgeschlossen sei zudem für die SPD eine rot-rot-grüne Koalition - inklusive einer rot-grünen Koalition unter Tolerierung der Linken."

Wie kommt der Herr nun zu seinen abstrusen Äußerungen?

Dass er nicht gerne Kanzler wäre, hat er schon gesagt. Der Verdienst ist zu gering.
Aber Opposition? Das ja wohl schon gleich gar nicht. Soll doch schon Herr Müntefering "Opposition ist scheiße" gesagt haben. Auch würde er da noch weniger als die Kanzlerin verdienen. Für Steinbrück wär das so was wie Harz IV.
Bleibt als Option der Weg in die Wirtschaft. Aber wer will in der Wirtschaft schon unterlegene Wahlkämpfer, also Looser sozusagen.

Dann vielleicht so: "Dass er nicht noch einmal in eine große Koalition eintreten werde" ist eine Aussage, die mit vorgeschobenen Sachzwängen schnell revidiert werden kann. Denn wer, wenn nicht er, hat das Zeug zum Finanzminister. Und als erfolgreicher, kompetenter Finanzminister ist der lukrative Sprung in die Wirtschaft schnell gemacht. Da muss auch nicht bis zum Ende der Legislaturperiode gewartet werden.

Herr Steinbrück stellt abschließend noch einmal fest: "Aber er halte nichts davon, grundsätzlich vor Wahlen von vornherein der SPD oder anderen Parteien die Koalitionsfähigkeit in anderen Konstellationen abzusprechen". Es dürfen also alle vor sich hinphantasieren. Und weil er grundsätzlich niemandem eine Koalitionsfähigkeit absprechen will, spricht er die einzig mögliche alternative Koalitionsmöglichkeit zu einer großen Koalition schon einmal definitiv ab.

Als Kanzler würde er sich dann etwa so anhören: Wir müssen offen für alle Lösungsansätze sein, dürfen nichts von vornherein ausschließen. Das einzige das definitiv nicht in Frage kommt ist eine sinnvolle und gangbare Lösung.

Na merci. Wer so viel Dreck von sich gibt, den will zumindest ich nicht als Kanzler. Nicht als Finanzminister und auch nicht als Oppositionsführer. Schleichen soll er sich. In die Wirtschaft oder sonst wo hin. Und endlich den Platz frei machen für wirkliche Alternativen.

Quellen

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Lange wurde gerätselt, für was außer der Abschaffung des Euro die Alternative für Deutschland (AfD) steht.
Ein wenig Wirtschaftsliberalismus, um Wähler von der FDP abzugreifen. Ein wenig konservatives Gehabe um im Klientel der Union zu wildern.

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