Gina Haspel, eine Befürworterin von Folter, wird Chefin der CIA...

15.03.2018

Unter dem Titel "Folter ist unter Trump kein Karrierehindernis" ist bei der Süddeutschen Zeitung zu lesen, dass eine (nicht verurteilte) Kriegsverbrecherin die Leitung der CIA übernehmen soll.

Das ist einmal wieder ein Artikel ganz nach meinem Geschmack. Da kann ich auf jeden zweiten Satz draufhauen, dass es kracht.

Die ganze Verdorbenheit der US-Amerikanischen Außenpolitik manifestiert in einer einzigen Personalie.

"Haspel beaufsichtigte [...] nachweislich besonders brutale Verhöre [...]."

In Kriegszeiten sind besonders brutale Verhöre keine Seltenheit. In Unrechtsregimen ebenfalls nicht. Wenn dann ein Unrechtsregime Krieg führt... aber das ginge jetzt zu weit.
Auf jeden Fall sind "brutale Verhöre" verwerflich. Folter ist nach Artikel 8 des IStGH-Statut ein Kriegsverbrechen, Punktum.
Damit steht also eine Person an der Spitze, die Kriegsverbrechen beaufsichtigt hat. Aha.

"Viele [...] CIA würden heute sagen, Gina Haspel sei nur Befehlen gefolgt."

Mit dieser Begründung hat nach 1945 halb Deutschland versucht, sein Gewissen zu beruhigen.
Judenmord? Ich habe nur Befehle befolgt.
Folter? Ich habe nur Befehle befolgt.
Denunziation? Ich habe nur Befehle befolgt.

"[...] dass die neue Regierung eines der schwärzesten Kapitel in der jüngeren CIA-Geschichte zu den Akten legen möchte."

Zu den Akten legen, nicht weil aufgearbeitet, gesühnt, bereut wurde. Zu den Akten, weil man vertuschen will, weil man schlimmste Verbrechen des Staates sozusagen legitimieren möchte.
Damit wird Gewalt, wird Folter, werden Kriegsverbrechen quasi zur Staatsräson. Ein Staat wird zum Verbrecher-Staat... und fühlt sich auch noch gut dabei.

"Pompeo wiederum hält Waterboarding gar nicht für Folter."

...nicht für Folter also. Frei nach dem Motto: War doch nur Spaß.
Mike Pompeo macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Ein Mann mit solchen Ansichten soll also Außenminister werden.
Wie muss sich ein halbwegs zivilisierter Amtskollege fühlen, wenn er so einem Menschen gegenüber steht.
Was ein Gelächter wird es geben, wenn so einer nach Russland oder nach China fliegt und dort Menschenrechte anmahnt?

"All jene, die diese und andere Methoden im Krieg gegen den Terror angewandt hätten, [...] seien Patrioten."

Mike Pompeo hält Folterer also für Patrioten. Ich halte Folterer für das, was sie sind: Verbrecher.
Ein Schlaglicht darauf, was Amerikaner für Patriotismus halten.

"Eine der ersten Gefängnisse dieser Art wurde [...] geführt von Gina Haspel."

In der Deutschen Geschichte gab es auch eine Zeit, wo es "Gefängnisse dieser Art" gegeben hat. Man nannte sie Konzentrationslager.
Da wurde munter weggesperrt, gefoltert und gemordet. Nach dem Ende des Nazi-Regimes fand das niemand besonders lustig. Auch die Amerikaner nicht.
Leute, die "Gefängnisse dieser Art" geführt haben, wurden als Kriegsverbrecher behandelt, verurteilt und bestraft.
Niemand wäre auf die Idee gekommen, so jemanden... obwohl, wenn ich mir die unsägliche Geschichte des Deutschen Verfassungsschutzes ansehe.

"[...] den Befehl gab, sämtliche Beweise für die Foltersitzungen in dem Geheimgefängnis in Thailand zu zerstören."

Insgeheim muss sich Frau Haspel sehr im Klaren darüber sein, dass sie Unrecht getan hat. Wie ein einfacher Verbrecher versucht sie Beweismaterial zu vernichten.
Ich frage mich, wie man mit so einer Vergangenheit nachts ruhig schlafen kann.

Den Opfern von Frau Haspel bleibt nur Zähneknirschen.

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