Alles gute zum Geburtstag Paul

Alles gute zum Geburtstag
12.04.2014

Paul Balthasar feiert heute seinen ersten Geburtstag. So lange ist es nun her, dass er die Zivilisation Finnlands gegen die Wildnis der Baierischen Naturlandschaft eingetauscht hat.

Zeit, dass wir ihm einmal mehr das Wort erteilen.

Einen Dank vorab an all die Gratulanten auf Facebook und sonst wo.

EMAZ: Paul, es nun bald zwei Jahre her, dass Du für ein Fotoshooting aus dem kalten Norden in den sonnigen Süden gereist bist. Damals hat Dich Roland Schönfelder über den Tisch gezogen. Er hat deine Gutgläubigkeit für eine Startbahnkampagne missbraucht. Hast Du mittlerweile deinen Frieden mit Herrn Schönfelder gemacht?

Paul Balthasar: Ach der Schönfelder. Den hatte ich schon vergessen. Solche Menschen... also diese ganze wirtschaftsliberale Bagasch... die ist es wirklich nicht wert, denen persönlich nachtragend zu begegnen.

Wärend des Shootings, also in einer Pause, hat der mich auf der Toilette angesprochen. Ich solle ihn doch zum Essen einladen, dann würde ich ihn von einer ganz anderen Seite kennen lernen. Danke, ich möchte kein kusipää von irgend einer anderen Seite kennen lernen.

EMAZ: Die Initiative "Pro Beton" hat den Bau der dritten Startbahn bei München nicht durchsetzen können. Verspürt man da im Nachhinein nicht ein wenig Genugtuung?

Paul Balthasar: Pille Palle. Zwar hat sich in dieser Sache die Vernunft durchgesetzt. Wer jetzt allerdings vermutet, die Vernunft sei bei der Baierischen Bevölkerung zu finden, braucht sich nur das Landtagswahlergebnis im letzten Jahr ansehen. In die Wüste, also Sahara oder wenigstens Sahel, dahin hätte ein vernünftiger Wähler diese Seehofer-Wendehals-Bande schicken sollen. Nicht ins Maximilianeum.

Was ist denn das für ein Verhalten? Der Regierung regelmäßig in Volksentscheiden zeigen, dass man ihre Politik für falsch hält und sie dann doch wieder wählen? Wie geht denn das zusammen?

EMAZ: Und doch hat es Dich in Bayern gehalten?

Paul Balthasar: Ein weiser Mann hat einmal gesagt "Alle Bayern sind Anarchisten und 60 Prozent wählen die CSU." Und eine Räterepublik hats hier auch einmal kurz gegeben. Somit ist Bayern - und ganz besonders München - ein ganz wichtiges Forschungsfeld. Ich möchte den Fragen "Wieso wählt der Wähler gegen seine Überzeugung?" oder "Wieseo rennt der Mensch offenen Auges ins Verderben?" nachgehen. Diese Widersprüche treten in Bayern deutlicher zutage als irgendwo sonst... naja, vielleicht noch in Österreich... oder in Spanien... oder Italien. Also eigentlich ist das ja auf der ganzen Welt so. Aber hier schmeckt das Bier besser. Daheim in Finnland, da kann man die Plörre ja nicht trinken.

EMAZ: Als Finne und EU Bürger hattest Du dieses Jahr zum ersten Mal die Gelegenheit, den Stadtrat mit zu wählen. Hast Du von deinem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Paul Balthasar: Selbstredend. So viele gute Leute haben ihr Leben oder ihre Freiheit geopfert, um der Demokratie den Weg zu bahnen. Da ist es einfach feige und verantwortungslos, dieses hohe Gut verächtlich zu meiden.

Wenn ich mir allerdings so ansehe, was die Parteien jetzt nach der Wahl veranstalten... ich bin froh um meine Haube, sonst hätte ich mir die Haare längst von der Kopfhaut gerupft.

Der mit dem Hut hat seine Wähler und Ideale direkt an die FDP verkauft. Die ÖDP verspielt ihre Chance, wichtige ökologische Weichen zu stellen, wegen 10 Jahren Kohlestrom. Die Linke kuschelt mit der einst als Ökofaschisten verschmäten ÖDP. Die CSU feixt, weil ein roter Bürgermeister letztlich ohne sie nicht regieren kann.

Ich kann zwar verstehen, wenn anbetracht dieses Trauerspiels die Wahlmüdigkeit zunimmt. Doch hat es nur der Wähler in der Hand, diesem Trauerspiel ein Ende zu setzen. Zeigt der Politik, wo der Hase lang läuft. Wer nicht zur Europawahl geht, braucht anschließend auch nicht über Monsantohonig oder Chlorhähnchen jammern.

EMAZ: Herr Balthasar, der Tag neigt sich dem Ende, das Bier ebenfalls. Wir danken für das Gespräch und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Paul Balthasar: Ein Bier hab ich noch. Dann gehen die Lichter aus. In diesem Sinne: juoda jkn malja!

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Gemüse

Tomatenbrutkasten

Tomatenbrutkasten

Sonne mögen sie, wird einem gesagt. Je mehr, desto besser. Also legte ich sie jahrelang auf die Fensterbank, direkt in die Sonne.

Ich wunderte mich, ich war oft enttäuscht... die grünen Tomaten wurden nicht rot. Sie trockneten aus, sie verfaulten.

Alles falsch, so weiß ich heute. Licht und Sonne haben keine Auswirkung auf das Nachreifen noch junger Tomaten.

Grüne Tomaten mögen es warm, 16 - 25°C sind optimal, und dunkel darf es sein. Sie sollten sich nicht berühren, da sonst schnell Druckstellen und Fäulnis entstehen. Als Behältnis eignet sich ein Karton. Ich bevorzuge eine geräumige Schublade. Als Unterlage eignen sich Zeitungspapier oder ein flauschiges Handtuch. Vielleicht einen Apfel dazu packen, denn Äpfel gasen Ethylen, aus, das den Reifeprozess beschleunigt.

Warum der Aufwand? Grüne Tomaten enthalten Solanin und rote nicht. Solanin ist giftig und das mag man nicht.

Also ab mit den unreifen Tomaten in den Tomatenbrutkasten.

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